Abb.: E25 mit Bass/Mitteltöner 21WE4542 und Hochtöner BlieSMa T34B (34mm Beryllium-Kalotte) mit finalem Gehäusedesign, weiß-hochglanz.

Heutzutage einen 2-Wege-Lautsprecher mit 8″-Tieftöner aufzubauen, geht das? Meine erste 2-Wege-Box mit 8″-Bass und Hochtonkalotte habe ich während des Studiums gebaut. Ich weiß noch, dass es ein Scan Speak 21W4208 mit Alnico Magnet war, den ich dafür ausgesucht hatte. Für Studentenzeiten „sau“ teuer und die dafür zu löhnende D-Mark wurde vorher mehrfach umgedreht, bevor ich sie bei Radio RIM in München ausgegeben wurde.
Schaumstoffsicke und Papiermembran war damals angesagt. Dazu eine 25mm-Gewebekalotte von Isophon. Soll nur heissen, dass es früher normal war, einen 8″-Tieftöner für 2-Wege Boxen auszuwählen. Trotzdem, der Lautsprecher damals war richtig gut.
Später in den 90er Jahren war es eher verpönt, für eine Regalbox einen dicken Lautsprecher mit 20 cm zu nehmen. Schlank und klein mussten sie sein.

E25-Prototyp

Während der High End 2018 wurde uns der brandneue Scan Speak Ellipticor 21WE präsentiert. Schon die Haptik dieses Chassis ist beeindruckend. Trotzdem habe ich noch viel länger überlegt, ob ich mit diesem teuren Teil etwas ausprobieren soll. Der Verstand sagte ganz klar: für Selbstbau zu teuer. Doch die Versuchung war zu groß.
Ich habe zunächst auf die Schnelle ein Prototypengehäuse in einem klassischen Studioformat bauen lassen, auf deren Rückseite die Endstufen positioniert werden.

Abb.: E25-Prototyp mit Bass/Mitteltöner 21WE4542 und Hochtöner BlieSMa T34B (34mm Beryllium-Kalotte).

Der schwarze Sockel war eigentlich nicht nötig, doch ohne sah die Kiste auch etwas komisch aus. Spielt für den Studiobetrieb aber eigentlich keine Rolle. Wichtig war die Entwicklung und Abstimmung mit den Aktivweichen.
Die Vorgaben: 25 Liter, geschlossenes Gehäuse. Die Abstimmfrequenz sollte irgendwo zwischen 38 und 40 Hz liegen. Übernahmefrequenz bei 1350 – 1400 Hz, damit der Tieftöner nicht bündelt. Flankensteilheit 24dB. Der BlieSMa T34B kann das locker, hatten wir auch schon bei der E22 gesehen. Der T34B läuft linear ab 1300 Hz und hat ein hervorragendes Rundstrahlverhalten.
Die Abstimmung war relativ problemlos im Vergleich zur E22. Das Ergebnis ist eine Offenbarung für einen Lautsprecher in dieser Größe. So einen Bass aus 25 Liter kann man mit normalen 20er-Chassis nicht hinbekommen. Eine erste Präsentation fand zur High End 2019 statt. Die Chefentwickler von Scan Speak waren zur Präsentation der E22 und E25 gekommen. Auch wenn kein Scan Speak Hochtöner verbaut war. War insofern auch nicht möglich, weil deren Beryllium-Hochtöner nur 26mm-Schwingspulen haben. Also kein Thema!

Kurz und gut, die Herren waren sehr beeindruckt, was aus ihrem Material gezaubert wurde. Ich war vorher schon beeindruckt. Summa summarum: Spielt phänomenal.
In diesem Format ein herausragender Monitor, der alles zwischen 40Hz und 20 kHz bringt, was man hören will. Ein Monitor, der manch große 3-Wege-Box alt aussehen lässt und klanglich in die Ecke stellt.

Abb.: 21WE4542 Vorderansicht Abb.: 21WE4542 Rückansicht

E25 finale Version

Das oben abgebildete „High-End-Design“-Gehäuse haben wir im Nachgang der Entwicklung nach den Regeln des Goldenen Schnitts berechnet und weiß-hochglanz lackieren lassen. Das Volumen beträgt auch hier 25 Liter. Die Bassabstimmung ist identisch.

Bestückung
Bass/Mitteltöner: Scan Speak 21WE/4542T00
Hochtöner: BlieSMa T34B-4
Aktivmodul: Abacus Electronics Cortex (80 W, insgesamt)
Hypex FA122 (2 × 125 W)

 

Konstruktionspläne

 

Messprotokolle E25