MONITOR M100 mit dem Scan-Speak-Bass 32W/4878T01, dem Volt-Mitteltöner VM753 AOS und dem Scan-Speak-Hochtöner D3004/604010.

Die Entwicklung des Monitors M100 war für uns gleichbedeutend mit einem Paradigmenwechsel. Seit Ende der 70er Jahre war unsere Spezialität die Entwicklung von Transmission-Line-Kombinationen. Nur so ließen sich seinerzeit tiefschwarze Bässe bei noch akzeptablen Gehäuseabmessungen erzielen. Der Preis war jedoch eine prinzipbedingte Welligkeit der Basswiedergabe im Bereich von 120 – 150 Hz.

Einziger Ausweg aus diesem Dilemma ist der Aktivbetrieb und die elektronische Linearisierung des Frequenzgangs. Dann braucht man auch keine aufwändige Gehäusekonstruktion, eine geschlossene Box genügt. Der natürliche Bassabfall lässt sich einfach korrigieren und Filter können mit vertretbarem Aufwand realisiert werden. Da für jedes Lautsprecherchassis eine Endstufe vorhanden ist, die direkt an das Chassis angeschlossen ist, wird keine Leistung in einer Passivweiche „verbraten“. Der hohe Dämpfungsfaktor bleibt erhalten und die Membranbewegung unterliegt einer straffen Kontrolle.

Diese Technik wird schon seit langem in professionellen Studiomonitoren eingesetzt und ist jetzt mit den Plateamps von Abacus und Hypex auch für den Selbstbauer gut handhabbar.

Im Sommer 2014 haben wir die Idee mit der Bassentzerrung zusammen mit Abacus in Nordenham das erste Mal umgesetzt und das Resultat war umwerfend. Abgrundtiefe, rabenschwarze Bässe. Kein Vergleich zu Transmission Line- oder Bassreflex-Abstimmungen. Und das bei minimalem Konstruktionsaufwand. Ein geschlossenes Gehäuse ist im Vergleich zur Transmission Line ein Kinderspiel. Außerdem hat eine Transmission Line wegen der definierten Schallführung immer die Gehäuseform dominiert. Und die Welligkeit der Bassabstrahlung im Bereich von 120 – 150 Hz war auch kein Thema mehr. Alle diese Probleme waren mit der aktiven Entzerrung erledigt. Aber, man muss nochmal deutlich betonen, dass dieses Konzept nur aktiv realisierbar ist.

Wir setzen in der M100 als Bass-Chassis den Scan-Speak 32W/4878T01 ein, der eine technische Meisterleistung darstellt. Im Mittenbereich verwenden wir den VM753AOS und im Hochtonbereich den exzellenten Beryllium-Hochtöner, ebenfalls von Scan-Speak. Mit einem Volumen von 50 Litern ist unsere M100 deutlich kleiner als vergleichbare Modelle anderer Hersteller.

Eine passive Lösung wird es für das Modell M100 und alle Aktivlautsprecher mit geschlossenem Gehäuse nicht geben, weil wir in den vergleichsweise kleinen Gehäusen keinen bemerkenswerten Tiefbass bekommen würden.

Aktiv-Varianten

Wir bieten zwei Aktiv-Varianten an:

  1. Analog-Version mit ABACUS Dolibox-Plateamps, Hochtöner D3004/664000 und Mitteltöner VM753 AOS (16 Ohm)
  2. Digital-Version mit Hypex FusionAmps FA253, Hochtöner D3004/604010 und Mitteltöner VM753-8 AOS (8 Ohm)
1. ABACUS Electronics Dolibox (analoge Konzeption)

Die Urversion der M100-aktiv wird mit einem Abacus-Plateamp betrieben. Eine vollständig analoge Aktivkonzeption mit drei Dolifet-Endstufen* mit insgesamt 225 W oder 350 W, sowie einer integrierten analogen Aktivweiche.

(*) Die Abkürzung „Dolifet“ steht für „Drain-output load-independent field effect transistor“, also „Drain-Ausgang lastunabhängiger Feldeffekttransistor“. Dieser Name wurde von ABACUS eingeführt, um eine spezielle Verstärkerschaltung mit Feldeffekttransistoren zu beschreiben.

Dolibox 225 W – oben rechts die 3 Dolifet-Endstufen, in der Mitte die analoge Aktivweiche.
Alternative: Dolibox 350 W gegen Aufpreis EUR 100,- (Stand 09/2019).

2. Hypex FusionAmp FA253 (digitale Konzeption)

Eine M100 mit Hypex FusionAmp-Modulen ist erstmals in 2019 realisiert worden. Wegen häufiger Nachfragen haben wir den Plateamp Hypex FA253 für die M100 programmiert und so abgestimmt, dass klanglich kein bemerkenswerter Unterschied zur analogen Dolibox-Version besteht.

Wir setzen in der M100 FusionAmp-Version den Hochtöner D3004/604010 ein, der erst später auf den Markt kam. Dieser alternative Hochtöner hat keinerlei Nachteile. Er mag optisch ein wenig „mickrig“ aussehen, ist aber wie die D3004/664000 eine 26mm-Beryllium-Kalotte und hat den Vorteil, dass er näher zum Mitteltöner platziert werden kann, das Mittel-/Hochton-Gehäuse kleiner wird und die Kosten für den Bausatz sind ebenfalls niedriger.

 


Komponenten
Bass: Scan-Speak
32W/4878T01
Mitteltöner: VOLT
Abacus-Version: VM753 AOS
Hypex-Version: VM753-8 AOS
Hochtöner:
(Abacus Dolibox-Version)
Scan-Speak
D3004/664000
Hochtöner:
(Hypex-Version)
Scan-Speak
D3004/604010
Aktivmodul: Abacus Electronics
Dolibox (225 W oder 350 W insgesamt,
analoge Aktivweiche)
Hypex
FA253 (2 × 250 W, 1 × 100 W, DSP-Weiche)

 


Konstruktionspläne

M100 mit Dolibox-Aktivmodul

M100 mit Hypex-Aktivmodul FA253

Hinweis zu den Maßtoleranzen →


 

Kundengallerie

Das Aktivkonzept mit seinem relativ kleinen Volumen ermöglicht alternative Designvarianten und beflügelt die Kreativität, wie man an den Fotos unserer Kunden (siehe unten) unschwer erkennen kann.
Unsere Version (siehe Eingangsfoto oben) ist dagegen relativ einfach gebaut. Der Mitten/Hochtonbereich ist lediglich in einem rechteckigen, offenen Rahmen untergebracht. Das Tieftongehäuse steht auf einer Sockelkonstruktion, damit der Hochtöner die richtige Höhe hat. Mit dieser Baukastenvariante wirkt der Lautsprecher relativ klein, auch wenn das auf den Fotos ein wenig wuchtiger aussieht.

 

Herr W.M. aus Kassel hat sich für einen modularen Aufbau mit einem Pyramidenstumpf als Bassgehäuse und Einzelgehäusen für Mittel- und Hochtöner entschieden. Die Rückansicht zeigt das Dolibox-Aktivmodul von Abacus.

 

Die Schreinerei Tiemann in Stemwede hat den Lautsprecher als
zweiteiligen Standlautsprecher aufgebaut.

 

Kunde C.H., Bremerhaven

 

Kunde J.S., Dachau

 

Kunde M.H., Goldkronach

 

Rustikale Variante von Kunde O.W., Bad Wörishofen

 

Kompaktes Monitorgehäuse von Herrn Dr. Z., Alpen

 

M100 DAPO von F.H. aus Stade. D’Appolito-Anordnung mit dem Beryllium-Hochtöner D2908/714000 und 2×ATC-Mitteltöner.

 

A.O.S. Audio Systeme